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Auf das  Wetter  achten

Auf das  Wetter  achten

Das aktuelle Wetter zu kennen und vorherzusehen, ob es sich ändern wird, kann auf dem Boot eine große Rolle spielen. Dabei geht es nicht nur um Sicherheitsfragen. Es ist auch wichtig, gut vorbereitet zu sein, damit alle an Bord sich wohl fühlen. Die Besatzung sollte vor starker Sonneneinstrahlung, schweren Regenfällen und kaltem Wind geschützt bzw. für die körperliche Belastung durch eine starke Brise oder Dünung gewappnet werden.

Die meisten Motorbootbesitzer wissen, wie man einem ausgewachsenen Orkan entgeht, aber damit es allen an Bord gut geht, muss man sich auch an Tagen mit scheinbar günstigem Wetter mit vielen Feinheiten auseinandersetzen. An Land verlieren wir oft das Gefühl dafür, was das Wetter mit uns vorhat. Wir sollten uns bereits auf die Elemente einstellen, bevor wir bei unserem Boot ankommen. Zum Glück war es nie einfacher als heute, sich über die Wetteraussichten zu informieren.

 

In diesem Artikel geht es um ein paar grundlegende Fragen rund ums Wetter – wie man sich im Voraus und am Tag der Fahrt selbst am besten informiert. Und worauf man besonders achten sollte.

Informationsquellen in Bezug auf das Wetter

 

Wetterdaten stehen in Wetter-Apps jederzeit zur Verfügung, zum Beispiel in der kostenlosen Simrad®-App, bei der Wetterinfos direkt in die Karten integriert sind. Es gibt sie hier im App-Store von Apple und hier im Google Play Store.

 

Websites im Internet oder die Prognosen örtlicher Radio- oder sogar Fernsehsender können auch helfen, das Bild zu vervollständigen. Man darf aber nicht vergessen, dass die Windgeschwindigkeiten auf dem Wasser in der Regel höher sind als die Vorhersagen für das Land. Unter Umständen werden sie auch in anderen Maßeinheiten ausgedrückt.

 

Am besten sollten Sie Seewettervorhersagen zurate ziehen, wenn Sie nicht so viel Erfahrung mit der Interpretation von Wetterdaten haben. Je nachdem, in welchem Land Sie unterwegs sind, gibt es offizielle staatliche Websites mit sehr zuverlässigen Wetterdaten: zum Beispiel den National Weather Service in den USA, Met Office in Großbritannien, METEO MARINE in Frankreich und das SMHI in Schweden, um nur einige zu nennen.

 

Auch viele kommerzielle Websites und Apps bieten Wetterdaten an, die oft für bestimmte Gebiete sehr detailliert sind. Beim Vergleich kann man oft erhebliche Abweichungen der Prognosen feststellen. Das liegt meist daran, dass die Wetterdaten mit unterschiedlichen Computermodellen ausgewertet werden. Wenn Sie derartige Websites ausprobieren, ist es empfehlenswert, ihre Prognosen mit den Ist-Werten (dem tatsächlich beobachteten Wetter) zu vergleichen, um für Ihre Region die zuverlässigsten Quellen herauszufinden.

Regionale Besonderheiten

 

Je nachdem, wo Sie mit dem Boot unterwegs sind, können regional beschränkte Wettererscheinungen auftreten, die in allgemeineren Prognosen nicht immer Erwähnung finden: zum Beispiel plötzliche Windböen oder aufziehender Nebel. So kann es an heißen Tagen etwa nachmittags ziemlich starken Seewind (vom Meer zum Land) und nachts dagegen Landwind geben.

 

An hügeligen oder bergigen Küstengebieten können starke katabatische Winde auftreten (auch „Fallwinde“ genannt, weil die Schwerkraft Luft mit einer größeren Dichte aus höher gelegenen Gebieten hangabwärts befördert). Ein anderes Windphänomen ist zum Beispiel der Mistral in Frankreich, der entlang des Rhone- und des Durance-Tals eine erhebliche Geschwindigkeit erreicht, bevor er ins Mittelmeer zieht.

 

In manchen Küstengebieten kann die Sicht unter bestimmten Umständen sehr schlecht werden. Wenn Sie Tidengewässer befahren, gibt es zweifellos Kombinationen aus Wind- und Strömungsrichtung, bei denen besondere Vorsicht geboten ist.

 

In all diesen Fällen sollten Sie regionale Navigationshilfen oder ähnliche Dokumente zurate ziehen und sich in Gesprächen mit anderen Bootsfahrern und dem Hafenamt über die Gegebenheiten vor Ort informieren.

Das Gesamtbild erkennen

 

Das Wetter kommt von anderswo. Es ist auch dynamisch und gewinnt oder verliert bei dieser Bewegung oft an Stärke. Anstatt erst beim Betreten des Bootes an wichtige Fragen wie die Richtung und Stärke des Windes zu denken, sollten Sie bereits etwa fünf Tage vorher beginnen, vermehrt auf das Wetter zu achten. Es ist sehr viel einfacher vorherzusehen, was geschehen wird, wenn man sich bereits auf die Entwicklung der Gegebenheiten eingestimmt hat.

 

Moderne Prognosesysteme erfassen und interpretieren große Datenmengen, um Ihnen das Leben zu erleichtern. Ein aufmerksamer Wetterbeobachter kann dabei viele Details erkennen. Es gibt Wetterkarten (die in der Regel das Druckgefälle für einen großen Bereich darstellen) und Muster aus Hoch- und Tiefdruckgebieten, die eine Überwachung des Wetters ermöglichen – je näher die Isobare einander sind, desto wechselhafter das Wetter.

 

Sie können sich auch ein Bild verschaffen, ob es voraussichtlich regnen wird oder ob die Temperaturen möglicherweise einen Strich durch Ihre geplante Mittagspause vor Anker machen.

 

Ein Plan für eine Bootsfahrt ist dann am besten, wenn er sich nach dem Wetter richtet. Ihrer Besatzung wird der Tag besser gefallen, wenn Sie den aufkommenden Regenguss vorbeiziehen lassen oder die Route so legen, dass Sie in Leerichtung fahren und die Strapazen für alle an Bord geringer sind.

Das Wetter unterwegs

 

Sie sollten sich mit dem Wetter am Abfahrtsort und entlang der Strecke vertraut machen und bereits vor der Fahrt entsprechend planen.

 

Wenn die Bedingungen für den ursprünglich geplanten Zielort ungünstig sind, sollten Sie vielleicht eine andere Strecke wählen, damit die Fahrt angenehmer verläuft. Informieren Sie sich über die geplanten Zwischenstationen, an denen Sie zum Beispiel ankern möchten. Vergewissern Sie sich, dass die See dort nicht zu kabbelig sein wird.

 

Behalten Sie unterwegs das Wetter im Auge und achten Sie auf Wettervorhersagen über die UKW-Funkanlage, insbesondere, wenn Sie außer Reichweite einer Internet- oder Mobilfunkverbindung sind.

 

Das Wetter bleibt nicht immer, wie es ist. Achten Sie daher auf Ihre Wahrnehmungen und insbesondere auf:

 

  • plötzlichen Temperaturabfall
  • zunehmende Windgeschwindigkeit oder plötzliche Änderungen der Windrichtung
  • Änderungen in Form und Farbe der Wolken
  • schnell sinkenden Luftdruck (am Barometer abzulesen, wenn Sie eines haben, aber auch in Wettervorhersagen und Online-Wetterberichten zu finden)
  • zunehmenden Seegang und weiße Schaumkronen (brechende Wellenkämme)
  • Blitze am Horizont und zunehmende atmosphärische Aufladung
  • plötzlich am Horizont auftretenden Nebel
  • plötzliches Auftreten großflächiger Wettererscheinungen auf dem Radar (Regen ist in der Regel auf dem Bildschirm zu sehen, da Wasser die Radarwellen reflektiert)

 

andere Wettererscheinungen

 

Das Wetter muss nicht unbedingt kalt, rau oder stürmisch sein, um an Bord Probleme zu verursachen.

 

Wenn die Besatzung längere Zeit höheren Temperaturen ausgesetzt ist, kann dies einen Sonnenstich oder Dehydrierung zur Folge und ohne entsprechende Behandlung eine sehr kraftraubende und schädliche Wirkung haben. Die kühle Brise, die über das Deck zieht, kann täuschen, sodass man die Wirkung der Sonne erst zu spät spürt. Achten Sie darauf, dass die Besatzung entsprechend geschützt ist und alle an Bord genug Wasser zu trinken haben.

 

Demgegenüber kann die frische und frostige Luft am Morgen oder in der Nacht eine unsichtbare Eisschicht auf dem Deck oder Steg hinterlassen, die manch Unachtsamen auf dem falschen Fuß erwischt.

 

Ein relativ leichter Wind kann bei einer starken Gezeitenströmung dennoch unangenehmen Seegang erzeugen, und die beliebte Mittagspause vor Anker macht bei Seewind nahe der Küste vielleicht weniger Spaß.

 

Stimmen Sie sich mit den großartigen Hilfsmitteln, die Ihnen zur Verfügung stehen, auf das voraussichtliche Wetter ein, damit alle an Bord eine gute Fahrt haben.

 

Es gibt sie hier im App-Store von Apple und hier im Google Play Store.

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