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UKW: so holen Sie das Beste 
 aus Ihrem Funkgerät heraus

UKW: so holen Sie 
 das Beste aus 
 Ihrem Funkgerät
 heraus

Eines der wichtigsten Kommunikationsmittel an Bord eines Schiffs ist die UKW-Funkanlage. Kevin Soole und Leigh Armstrong erklären warum, und geben Tipps, wie Sie das Beste aus Ihrem Funkgerät herausholen.

Unsere Mobiltelefone bieten uns heute mehr Möglichkeiten zur Kommunikation, als wir jemals zu träumen wagten. Von Telefongesprächen bis hin zu Videokonferenzen und Texten zum Mitlesen, in Kontakt bleiben ist heute eine wichtige Angelegenheit. Auch in der Seefahrerei hat sich ein enormer Dominoeffekt eingestellt, und Mobilfunk- und Satellitenkommunikation haben sich ihren Platz bei der Kommunikation auf See erworben.

 

Im Gegensatz dazu hat sich bei Kommunikation über herkömmliche Seefunkanlagen im Laufe der Zeit scheinbar kaum etwas getan. Das wirft die Frage auf, ob wir mit unseren so bequemen und funktionalen Mobiltelefonen überhaupt noch Funkgeräte brauchen, insbesondere an Bord von Hobbybooten. 

 

Tatsache ist jedoch, dass das Funkgerät immer noch ein wichtiges Kommunikationsmittel ist. Am häufigsten genutzt wird der UKW(Ultrakurzwellen)-Funk. Auch dieses Kommunikationsmittel hat sich im Laufe der Zeit stets weiterentwickelt und weist heute eine Vielzahl neuer Funktionen auf, die dieses Mittel einfacher handhabbar, leicht verständlich und noch zuverlässiger machen.

Auch die Sicherheit spielt eine große Rolle. Kanal 16 ist weiterhin der weltweit gültige UKW-Notrufkanal, ein bewährtes und zuverlässiges Mittel sowohl zum sofortigen Absetzen eines Notrufs als auch zum Koordinieren der Rettungsmaßnahmen von Booten in Funkreichweite. Um den wahren Wert von UKW-Funkanlagen zu schätzen und zu verstehen, wie sie optimal eingesetzt werden können, sollten Sie einige der grundlegenden Funktionen des UKW-Systems kennen.

 

Einer der wichtigsten zu berücksichtigen Faktoren ist die Reichweite. Die Reichweite von UKW-Funk ist auf die Sichtweite begrenzt. Das heißt, zwischen Sender und Empfänger muss eine hindernisfreie Sichtverbindung bestehen, sonst funktioniert das nicht. Wenn sich eine der Funkstellen hinter einer Landmasse wie einem Berg oder einem Hügel oder hinter der Erdkrümmung befindet, wird die Funkverbindung schwächer oder gar ganz unmöglich.

Die Reichweite der UKW-Funkverbindung ergibt sich aus der jeweiligen Höhe der beiden Antennen unter Einbeziehung der Erdkrümmung. Je höher die Antenne auf dem Seefahrzeug angebracht ist ("B" und "C") ist, desto größer ist die UKW-Reichweite.

 

 

Die Reichweite der UKW-Funkverbindung ergibt sich aus der jeweiligen Höhe der beiden Antennen unter Einbeziehung der Erdkrümmung. Je höher die Antenne auf dem Seefahrzeug angebracht ist ("B" und "C") ist, desto größer ist die UKW-Reichweite.

 

 

Simplex, Duplex und DSC

 

Der nächste grundlegende Aspekt ist die Art und Weise, wie die Kommunikation im UKW-Seefunkband erfolgt. Es gibt drei grundsätzliche Methoden: Simplex und Duplex (zum Senden und Empfangen von herkömmlichem Sprechfunk) und DSC (Digital Selective Calling, Digitaler Selektivruf) zum Senden und Empfangen von Kommunikation in digitaler Form.

Simplex

 

Beim Simplex-Verfahren wird auf ein und derselben Frequenz gesendet und empfangen. Dieses Verfahren wird meist für die Kommunikation von Boot zu Boot genutzt. In Abhängigkeit von atmosphärischen Bedingungen beträgt die Reichweite in der Regel etwa 20 Seemeilen.

 

Der internationale Notrufkanal 16 wird mit Simplex betrieben. Dadurch kann jedes Seefahrzeug diesen Kanal hören und mit jedem anderen Seefahrzeug in Reichweite über diesen Kanal kommunizieren.

 

 

 

 

Bei Simplex wird auf ein und derselben UKW-Frequenz gesendet und empfangen.

 

Beispiel – CH16:

 

TX = 155.000 MHz

 

RX = 155.000 MHz

Duplex

 

Bei diesem Verfahren wird auf einer Frequenz gesendet und auf einer anderen Frequenz empfangen. Die Kommunikation erfolgt über eine Relaisstation an der Küste. Da auch bei diesem Verfahren UKW-Frequenzen genutzt werden, gilt auch hier die Sichtlinie als Grenze für die Reichweite. Da die Signale jedoch über eine Relaisstation übertragen werden, kann sich eine größere mögliche Reichweite ergeben, insgesamt auf maximal das Doppelte der Sichtlinie, also etwa 40 Seemeilen.

 

 

 

 

Bei Duplex wird auf unterschiedlichen UKW-Frequenzen gesendet und empfangen.

 

Beispiel – CH20:

 

TX = 157.000 MHz

 

RX = 161.600 MHz

DSC nutzt UKW-Simplex und unterliegt daher den gleichen Reichweitenbeschränkungen, hat jedoch den Vorteil, dass digitale Nachrichten gesendet werden. Im Großen und Ganzen können Sie sich das wie eine SMS über Telefon vorstellen, DSC bietet jedoch einige zusätzliche und entscheidende Vorteile. 

 

Diese unterschiedlichen Übertragungsverfahren können manchmal zu Verwirrung führen, doch wie Kevin Soole erläutert, sind viele der häufigsten Probleme leicht zu beheben. "Eines der Probleme, von denen wir öfters hören, besteht darin, dass jemand sein Funkgerät unbewusst auf einen Duplex-Kanal eingestellt hat und ein Boot nur eine Seemeile von sich entfernt sieht, jedoch nicht hören kann, obwohl auch das andere Boot auf demselben Kanal ist. Dies liegt meist daran, dass sich keine Relaisstation in Reichweite befindet, um die Nachricht auf der anderen Frequenz zu übertragen.

Hier besteht das Problem darin, dass den Teilnehmern nicht klar ist, dass sie auf einem Simplex-Kanal anstatt auf einem Duplex-Kanal kommunizieren sollten. Dann würden beide Boote auf ein und derselben Frequenz senden und empfangen." 

 

Laut Leigh ist es ganz einfach, dieses Problem zu vermeiden und zu wissen, welche Kanäle Simplex und welche Duplex sind. "In allen unseren Funkanlagen sind die Kanalauswahltabellen einprogrammiert. Wenn Sie also die einzelnen Kanäle durchgehen, wird auf dem Display ein kleines Duplex-Symbol angezeigt, sobald Sie sich auf einem Duplex-Kanal befinden."

Nationale Besonderheiten bei Kanälen

 

Auch die Auswahl des korrekten Kanals ist wichtig. Zwar ist die Zuordnung von Frequenzen zu den Kanalnummern weltweit identisch, welche Kanäle für die Nutzung freigegeben sind, kann jedoch von Land zu Land variieren, wie Kevin erläutert. 

 

Was in einem Land legal ist, ist möglicherweise in einem anderen Land nicht zulässig. So hat beispielsweise fast jedes Land in Europa seine eigenen freigegebenen Kanäle, wobei es geringfügige Unterschiede zu den beispielsweise in Amerika oder Kanada erlaubten Kanälen gibt. 

 

Auf einer Funkanlage müssen also die Kanäle für das Land programmiert sein, in dem es verwendet werden soll. In einigen Ländern kann die Nutzung bestimmter Kanäle sogar illegal sein, da die entsprechende Frequenz der Küstenwache oder einer kommerziellen Nutzung vorbehalten ist.

Das kann man zwar leicht im Hinterkopf behalten, wenn Sie jedoch in Übersee Funktechnik erwerben, die Sie dann in Ihrem Heimatland nutzen möchten, kann man schon mal vergessen, dass die auf dem Boot installierte Funkanlage eigentlich für ein anderes Land vorgesehen war. Tatsächlich kommt es oft vor, dass Leute feststellen, dass es gar nicht so viele Kanäle gibt, die in ihrem Land legal genutzt werden dürfen. Das kann sich also zu einem rechtlichen Problem entwickeln. 

 

Damit Sie immer legal bleiben, sind alle zurzeit von uns angebotenen Funkgeräte mit einem Setup-Assistenten ausgestattet. Dieser Assistent führt Sie durch alle wichtigen Einstellungen, die auf der Funkanlage konfiguriert werden müssen. Und einer der allerersten Punkte ist einzustellen, wo Sie sich auf dem Globus befinden. Zudem sind die Kanaltabellen im Benutzerhandbuch der Funkanlage aufgeführt, um Ihnen die Auswahl des richtigen Kanals zu erleichtern, z. B. beim Einstellen auf einen Simplex-Kanal oder auf einen Duplex-Kanal. Beachten Sie auch die Bezeichnungen der Kanäle. Diese Namen vermitteln eine Vorstellung davon, wofür die einzelnen Kanäle meist genutzt werden oder genutzt werden dürfen.

Die Antennen

 

Eine gute UKW-Funkverbindung ist auch von der Installation der Antenne abhängig und kann sich, wie Leigh erläutert, auf den Nutzen der Funkanlage auswirken. "Eine Funkanlage mit einer ungünstig installierten Antenne ist wie eine Nobelkarosse mit platten Reifen. Das Auto mag ein Flitzer sein, aber mit platten Reifen wird das nicht viel nützen.

 

 

 

Die Antenne ist wahrscheinlich der wichtigste Bestandteil der Anlage. Bei einem minderwertigen Antennenanschluss oder einem qualitativ minderwertigem Kabel von der Funkanlage zur Antenne wird auch das Betriebsverhalten der Anlage nicht so viel hergeben.

 

 

 

Die Auswirkungen des Leistungsverlustes aufgrund eines billigen Koaxialkabels zur Antenne werden schnell unterschätzt. Häufig beschweren sich die Leute, dass sie zwar senden können, jedoch nicht gehört werden und hier sicherlich ein Simplex-Duplex-Problem vorliegt. Oft ist jedoch einfach nur die Antenneninstallation miserabel. Ein hochwertiges Koaxialkabel kann einen großen Unterschied machen."

Wie Kevin erläutert, ist auch die Positionierung der Antenne wichtig. "Je höher die Antenne, desto besser die Reichweite beim Senden und Empfangen. Es ist jedoch auch wichtig, zu berücksichtigen, welche sonstigen Gegenstände die Antennen behindern könnten. Wir hatten einen Fall, in dem eine Antenne bei einem Boot mit einem Schornstein in der Mitte an einer Seite montiert war. Bei Fahrt kanalaufwärts konnte die Küstenstation, mit der sie kommunizieren wollten, gut hören, nicht jedoch bei Fahrt kanalabwärts. Da war die Antenne auf der anderen Seite des Bootes, mit dem Schornstein dazwischen." Auch können elektrische Anschlüsse Probleme verursachen, wenn sie nicht ordnungsgemäß gewartet werden.

 

 

 

"Es ist wichtig, auch die elektrischen Anschlüsse von Antennen zu überprüfen", sagt Leigh. Besonders den Antennenkabelanschluss am Funkgerät und den Kabelanschluss an der Antenne. Je nachdem, wo die Antenne montiert ist, kann der Kabelanschluss mehr oder weniger Wasser ausgesetzt sein, das mitunter auch den Weg in das Innere des Anschlusses findet. Dort kann das Wasser zu Korrosion und entsprechenden Problemen führen. Ein elektrischer Anschluss kann von außen voll in Ordnung aussehen, im Inneren jedoch schwer beschädigt sein. Eine regelmäßige Kontrolle ist daher gar keine schlechte Idee.

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Laurie Bates

Produkt Direktor

Das Interesse für Elektronik war prägend für die gesamte berufliche Laufbahn von Laurie Bates. Nach dem Studium der Elektronik und Elektrotechnik an der Auckland University war er 20 Jahre bei der neuseeländischen Marine tätig und erwarb einen Master für Kampfmitteltechnologie an der Cranfield University (Vereinigtes Königreich). Seine umfassende Expertise im Bereich Radartechnik und seine Erfahrung in der Rüstungsindustrie waren ideale Voraussetzungen für eine Tätigkeit bei Navico, wo er inzwischen als Product Director für Simrad aktiv ist.

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Craig McMillan

PRODUKTEXPERTE

Nach einer Laufbahn als Luftfahrtelektroniker bei den neuseeländischen Luftstreitkräften war Craig McMillan 20 Jahre lang im Vertrieb für Simrad- und B&G-Produkte tätig. Danach schloss er sich Navico an, wo er seit sechs Jahren als Produktexperte arbeitet.

 

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